 |
|
 |
 |
Schicksalhafter
Höhenflug
Nichts charakterisiert so exakt den
Wunsch, die Erdgebundenheit zu verlassen und den Naturgesetzen zu trotzen,
wie das Fliegen. Das schilderte schon der römische Dichter Ovid in
seiner Sage über Dädalus und Ikarus, die Flügel aus Federn
und Wachs bauten, um damit aus dem Gefängnis des Königs Minos
zu entfliehen.
Als Ferdinand Graf von Zeppelin am 2. Juli 1900 den ersten Aufstieg
eines lenkbaren Luftschiffes über dem Bodensee erfolgreich meisterte,
begann eine neue Epoche: die des Zeppelins. Die Struktur des Luftschiffs
bestand aus dem damals noch eher unbekannten Leichtmetall Aluminium, das
kurz zuvor durch ein neues elektrolytisches Verfahren billiger geworden
war und so überhaupt bezahlbar wurde.
Etwa 1910 erfand Alfred Wilm eine Kupfer-Magnesium-Legierung des Aluminiums
mit hoher Festigkeit, das Duraluminium, das zu dem Flugzeugwerkstoff überhaupt
werden sollte. Mit den Zeppelin-Luftschiffen wurde um 1910 erstmals kommerzieller
Luftverkehr aufgenommen und in den dreißiger Jahren sogar ein regulärer
Flugverkehr über den Atlantik verwirklicht.
Bekanntermaßen folgte wenig später das tragische Ende der Luftschifffahrt,
als am 6. Mai 1937 das bis dahin größte Luftschiff, die "Hindenburg"
explodierte. Die Ursache dieser Katastrophe war durchaus politischer
Natur, denn
die Befüllung des Zeppelins erfolgte deshalb mit dem hochentzündlichen
Wasserstoffgas, weil die Vereinigten Staaten aufgrund der aggressiven
Politik der Nationalsozialisten kein Helium mehr an Deutschland verkaufen
wollten. Helium ist im Gegensatz zu Wasserstoffgas nicht brennbar und
hätte diese Luftfahrt-Tragödie verhindern können ...
In unserer Zeit werden Luftschiffe nur noch im kleinen Maßstab und
vornehmlich zu Werbezwecken eingesetzt. Der Zeppelin Konzern profitiert
im übrigen bis heute vom Werkstoff Aluminium: die Luftschiffe wurden
durch die Produktion und den Vertrieb von Baumaschinen, Energietechnik,
sowie Silo- und Apparatetechnik abgelöst.
Zur Übersicht
|
 |
 |